B 3, 6, 65: Brückenabriss über Hildesheimer Straße beginnt – Straße gesperrt

B 3, 6, 65: Brückenabriss über Hildesheimer Straße beginnt – Straße gesperrt
Die Brücke wird nun abgerissen und ein Stück Geschichte von Hannover endet damit - Foto: JPH

Die Südschnellwegbrücke über die Hildesheimer Straße in Hannover wird abgebrochen. Begonnen wird mit dem Brückensegment, das über die Kreuzung der Hildesheimer Straße und Südschnellwegauffahrt führt. Die Kreuzung muss für diese Arbeit voll gesperrt werden. Betroffen sind der Auto-, Rad- und Fußverkehr sowie die Stadtbahnlinien 1, 2 und 8. Für alle Verkehrsteilnehmer sind Umleitungen oder Alternativen eingerichtet. Der Verkehr auf dem Südschnellweg ist nicht betroffen, der Südschnellweg ist über die Behelfsbrücke weiterhin frei.

Die Sperrung der Kreuzung beginnt am Dienstag, 15. April, um 9 Uhr. Der Bereich soll am darauffolgenden Dienstagmorgen, 22. April, gegen 6 Uhr wieder freigegeben werden.

Umleitungsstrecken eingerichtet

Die Umleitungen führen Autofahrer zum Messeschnellweg. Wer aus Richtung Norden auf der Hildesheimer Straße oder dem Rudolf-von-Bennigsen-Ufer unterwegs ist, wird über den Altenbekener Damm, die Lindemannallee und den Bischofsholer Damm auf den Messeschnellweg geleitet. Aus Richtung Süden gelangen Fahrer über die Garkenburg- und die Peiner Straße auf den Messeschnellweg.

Schützenallee ebenfalls betroffen

Auch an der Schützenallee wird an den vorösterlichen Werktagen mit erheblichem Rückstau zu rechnen sein – sowohl stadteinwärts als auch stadtauswärts. Der Grund: Der Brückenabbruch wird intensiven Baustellenverkehr auslösen, der die Schützenallee in Richtung Materiallagerfläche Wilksheide kreuzt. Die Landesbehörde rät Fahrern dazu, diese Engstelle nach Möglichkeit weiträumig zu umfahren.

Die Landesbehörde weist Autofahrer schon ab Montag, 7. April, im Umland der Baustelle auf die Sperrung hin. LED-Tafeln werden in Hemmingen (Berliner Straße, Weetzener Landstraße), stadteinwärts hinter Wilkenburg (Wülfeler Straße) und im Innenstadtbereich an der Kreuzung Altenbekener Damm/Hildesheimer Straße aufgebaut. Weitere Informationstafeln im Umfeld der Kreuzung machen frühzeitig auf Umleitungen aufmerksam.

Mikrotunnel für Fuß- und Radverkehr gebaut

Der Rad- und Fußverkehr wird auf der grün markierten Route während der Sperrung um die Baustelle herumgeführt. Hierfür wurde eigens ein Mikrotunnel angelegt, der unter der Bestandsbrücke hindurchführt – Grafik: NLStBV

Wer mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs ist, kann einen Mikrotunnel nutzen, den die Landesbehörde angelegt hat. Er führt von der Willmerstraße Süd unter der Brücke zur Willmerstraße Nord. Eine Reihe von Baucontainern ermöglicht es, das ansonsten undurchdringliche Füllmaterial unter der Brücke zu durchqueren. Die Ausweichroute führt um den Block an der Fiedelerstraße und Spartanerstraße herum zum Tunnel, dort hindurch zur Willmerstraße Nord und zurück zur Hildesheimer Straße – und umgekehrt. Aber Achtung: Der Durchlass ist nur knapp 2,5 Meter breit. Radfahrer müssen absteigen.

ÖPNV: Ersatzverkehr fährt

Die Verkehrsbetriebe üstra stellen jeweils Busse als Schienenersatzverkehr bereit. Sie fahren je nach Fahrtrichtung zwischen den Haltestellen Döhrener Turm und Bothmerstraße oder Bothmerstraße und Altenbekener Damm. Für die Haltestelle Fiedelerstraße wird eine Ersatzhaltestelle auf der Schützenallee, Höhe Gänseanger, eingerichtet. Betroffen sind die Stadtbahnlinien 1, 2, und 8. Weitere Informationen gibt es im Internet

Meilenstein Brückenabriss

Mit dem Abriss der Südschnellwegbrücke über die Hildesheimer Straße erreicht das Projekt einen zentralen Meilenstein. Er ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass der Straßentunnel angelegt werden kann. Der Tunnel wird den Südschnellwegverkehr künftig in diesem Abschnitt unter Döhren hindurchführen. Mit dem Abriss dieses prägenden Bauwerks beginnt auch die dauerhafte Veränderung des Straßenbildes dieses Stadtteils.

Bauarbeiten zwei Monate

Der Abbruch wird voraussichtlich rund zwei Monate dauern. Die Abrissbauspezialisten arbeiten sich vom Segment an der Kreuzung Hildesheimer Straße aus nach Westen in Richtung Schützenallee und nach Osten in Richtung Bahnüberführung vor. Der Beton der Fahrbahnkonstruktion wird mit Betonscheren und Hydraulikhämmern zerlegt und zur rund zweieinhalb Kilometer entfernten Materiallagerfläche an der Wilksheide gebracht. Die Arbeitsschritte werden so gestaffelt, dass außerhalb der werktätigen Zeit so wenig Lärm wie möglich entsteht.

Vorbereitungen abgeschlossen

Die Behelfsbrücke bleibt während der Abrissarbeiten nutzbar – Foto: JPH

Zur Vorbereitung waren in den vergangenen Wochen rund 14.000 Kubikmeter Füllmaterial unter der Brücke eingebaut worden. Sie bilden das Fallbett für das Bauwerk. Denn: Wenn die nachträglich angebrachte Verstärkung der Brückenstatik abgebaut ist und die Abbrucharbeit beginnt, soll sich die Brückenlast auf das Fallbett verteilen. Zudem werden Erschütterungen aufgefangen, die durch größere Bruchstücke entstehen könnten. Ein solches Fallbett wird zu Beginn der Sperrung auch unter das Segment platziert, das über die Kreuzung der Hildesheimer Straße führt. Erst dann beginnt der Abriss.

Die statische Unterstützungsleistung der externen Brückenverstärkung wird aktuell bereits reduziert. Dies erfolgt angesichts der extrem hohen Kräfte sehr genau austariert und langsam. Sobald die unterarmdicken Stahlseile der Verstärkung entspannt sind, kann die Struktur der Brücke zerlegt werden.

Brückengeschichte

Die Brücke wurde 1960 gebaut und führte bis zum Oktober 2024 den Südschnellwegverkehr mit den Bundesstraßen 3, 6 und 65 über den Bereich Willmerstraße und Hildesheimer Straße. Sie ist 484 Meter lang, besteht aus 16 Feldern und ruht auf 15 Pfeilern. Seit 2012 hatte die Landesbehörde eine Reihe von Entlastungsmaßnahmen angeordnet, um die Brücke verkehrstüchtig zu halten. Neben der Reduzierung auf zwei Fahrstreifen waren dies zum Beispiel Abstandsgebote für Schwerlastverkehr, die kontinuierliche Brückenüberwachung und die aufwändige bauliche Verstärkung.

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