„Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“: Zeichen gegen Gewalt mit Ausstellung des DGB in Lehrte

Der DGB Kreis- und Ortsverbandsvorsitzende Lehrte, Reinhard Nold, wird gemeinsam mit Ekkehard Bock-Wegener, der in Vertretung für Bürgermeister Frank Prüße spricht, die Ausstellung „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“ eröffnen. Bürgermeister Prüße hat die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung übernommen. Die Eröffnung findet am Donnerstag, 24. April, um 17 Uhr, im Bürgerbüro des Lehrter Rathauses am Rathausplatz 1 statt.
Gewalt nimmt zu
Rettungskräfte, Feuerwehrleute oder Beschäftigte im öffentlichen Dienst werden immer häufiger angepöbelt, beleidigt oder sogar bedroht. „Der Ton in unserer Gesellschaft ist leider rauer geworden. Das berichten auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lehrter Stadtverwaltung“, sagt der stellvertretende Bürgermeister Bock-Wegener.
Die Ausstellung im Bürgerbüro der Stadtverwaltung Lehrte macht auf dieses Problem aufmerksam. Unter dem Titel „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“ präsentiert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) rund 30 Exponate, die ein deutliches Zeichen gegen die zunehmende verbale und körperliche Aggressivität setzen.
Betroffenen kommen zu Wort
Auf großformatigen Plakaten sind Menschen aus unterschiedlichen Berufen abgebildet – mit eindringlichen Zitaten:
- Eine junge Polizistin fragt: „Ich sorge für deine Sicherheit. Und du zeigst mir den Mittelfinger?“
- Ein Feuerwehrmann macht deutlich: „Ich lösche ein brennendes Haus. Und du bewirfst mich mit Böllern?“
Laut des DGB haben 67 Prozent der Beschäftigten im öffentlichen Dienst in den vergangenen Jahren Beleidigungen, Bedrohungen oder tätliche Angriffe erlebt. Der DGB setzt sich daher für mehr Respekt und Schutz der Beschäftigten ein.
Gewalt trifft alle
„Gewalt betrifft längst nicht mehr nur Polizei und Sicherheitskräfte. Alle Beschäftigten im Dienst der Gesellschaft werden immer öfter Opfer von verbaler und teils körperlicher Gewalt“, erklärt Reinhard Nold.
Auch der stellvertretende Bock-Wegener bestätigt diese Erkenntnis: „In den Stadtverwaltungen erleben Beschäftigte immer wieder nicht hinnehmbare Grenzüberschreitungen.“ Die zunehmende Respektlosigkeit gegenüber Mitarbeitern staatlicher Institutionen sei ein ernstes Problem. „Wir müssen uns hier klar positionieren: Wir werden Gewalt und Aggression nicht akzeptieren.“
Die DGB-Kampagne fordert mehr Respekt für Berufsgruppen wie Polizisten, Feuerwehrleute, Rettungsdienste, Beschäftigte im Gesundheitswesen, Lehrkräfte, Mitarbeiter in Ordnungsämtern, Jobcentern und öffentlichen Verwaltungen.
Andrea Jeschke, Gesamtpersonalratsvorsitzende der Stadtverwaltung, schildert eindrücklich: „Oft reichen Kleinigkeiten aus, um die Emotionen einiger Menschen überkochen zu lassen. Nicht selten endet das Ausstellen eines Strafzettels für falsches Parken in einem Polizeieinsatz, weil Mitarbeitende des Ordnungsamtes massiv beschimpft oder sogar bedroht werden.“
Bessere Rahmenbedingungen für den öffentlichen Dienst
„Die Ursachen müssen in den Fokus“, betont Nold. „Die Beschäftigten im öffentlichen Bereich werden oft zum Ventil für den Frust über politische Versäumnisse.“ Fehlende Kitaplätze, lange Wartezeiten auf Ämtern oder verspätete Züge seien das Ergebnis jahrelanger Sparmaßnahmen im öffentlichen Sektor. „Der DGB will das ändern und das Bewusstsein für diese Missstände schärfen. Denn jeder Übergriff ist einer zu viel.“
Die Ausstellung ist im Bürgerbüro des Lehrter Rathauses ausgestellt. Die Ausstellungsdauer ist vom 23. April bis 6. Mai 2025 mit den Öffnungszeiten Montag, Dienstag, Donnerstag von 8 bis 12 Uhr und 13 bis 18 Uhr, Mittwoch von 8 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr, Freitag von 8 bis 13 Uhr.
Zusätzlich wird die Ausstellung am 1. Mai zur Maikundgebung von 10 bis 13.30 Uhr im Besprechungsraum des Südflügels zu sehen sein.
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