Ukrainische Gemeinde betet in Sehnde für den Frieden

Ukrainische Gemeinde betet in Sehnde für den Frieden
Olaf Kruse bekommt von Evangelina Yanchenko, Pastor Wilhelm Binder, Pastor Gennadii Yanchenko und Kristina Yanchenko die Süßigkeiten überreicht (v.li.) – Foto: Reiner Luck

„24. Februar, Nationaler Gebetstag für Sieg und Frieden in der Ukraine“ stand in großer Leuchtschrift an der Stirnwand der Kirche der Freikirchlichen Evangelischen Gemeinde in Sehnde, als Yanchenko Gennadi seine Mitbürger aus der Ukraine und Gäste aus Sehnde zu dieser Veranstaltung begrüßte. Zu den Gästen zählte auch der Bürgermeister der Stadt, Olaf Kruse, mit dem Pastor der Gemeinde Wilfried Binder.

Kruse wies in seiner Ansprache darauf hin, dass es für ihn unvorstellbar ist, dass sich jetzt zwei Persönlichkeiten berufen fühlen, über die Zukunft der Ukraine bestimmen zu wollen, und den Präsidenten dieses Landes dabei ausschließen. An die versammelten Ukrainer sagte er, dass es für ihn wichtig ist, dass sie in Sehnde gut angekommen sind und hier in Sicherheit leben können. Er hofft sehr, dass sich die Situation bald wieder zum Besseren wendet. Zum Dank für seinen Einsatz bekam der Bürgermeister eine Urkunde mit vielen Unterschriften und einen Karton mit leckeren Süßigkeiten aus der Ukraine überreicht.

Binder dankt dem Bürgermeister für seine Worte und betonte, dass er sich sehr darüber gefreut habe, dass er trotz der kurzfristigen Einladung und trotz seines vollen Terminkalenders zu diesem Treffen gekommen sei. Die Ukrainer aus der Umgebung von Sehnde dagegen treffen sich regelmäßig in dieser Kirche, wo sie beten und singen für Frieden und ein baldiges Ende dieses schrecklichen Krieges.

Gemeinsamer Gottesdienst

Zum Ritual des Gottesdienstes gehört die innerliche Reflektion, das Gespräch mit den Nachbarn und das gemeinsame Gebet im kleinen Kreis; zu zweit, zu dritt oder zu viert. Diese Treffen sind für die Ukrainer sehr wichtig, um in der Gemeinschaft Sorgen und Nöte auszutauschen und sich gegenseitig Mut zuzusprechen.

Anna ist 19 Jahre und jetzt seit zwei Jahren und fünf Monaten in Deutschland. Sie lebte in einem kleinen Ort nahe Kiew, als der Überfall erfolgte. Sie hatte die Okkupation hautnah miterlebt. Es waren die schrecklichsten zwei Wochen ihres bisherigen Lebens, die sie voller Angst vor den russischen Soldaten erlebt hat; deshalb muss sie ständig daran denken, wie es jetzt ihren Landsleuten im Osten der Ukraine geht. Anna lebt mit ihrem Freund in Lühnde und macht aktuell eine Ausbildung als Restaurantfachfrau. Dadurch, dass sie täglich arbeitet, kann sie sich gut auf Deutsch unterhalten. Der Job mach ihr Spaß und ihr Ziel ist es, Event-Managerin zu werden.

Anna ist 19 Jahre alt und jetzt seit zwei Jahren und fünf Monaten in Deutschland – Foto: Reiner Luck

Evangelina ist ebenso zufrieden mit ihrem Werdegang seit der Flucht im Juni 2022. Sie ist jetzt 15 Jahre alt und wohnt mit ihrer Familie in Evern, bekannt auch als die „Kelly-Family“ aus der Ukraine. Ihre großen Hobbys sind Musik und Sport und in der Schule in Hannover hat sie auch schon gut Deutsch gelernt. Gerade hat sie ein 14-tägiges Berufspraktikum im Begleitenden Dienst in der AWO Residenz Sehnde abgeleistet. Es hat ihr gut gefallen mit den Bewohnern Gesellschaftsspiele wie „Mensch ärgere dich nicht“ zu spielen, sich mit ihnen zu unterhalten und sie bei Spaziergängen zu begleiten. So konnte sie ihr bisher in der Schule erworbenes Sprachwissen um viele Begriffe aus der Welt der Senioren „erweitern“.

Und auch Luna freut sich über die Treffen. Sie ist mit ihrer Mutter, ihrem Vater und ihrem Bruder aus der Ukraine gekommen. Ihr Vater hatte dort vor vielen Jahren als Ingenieur einen Job aufgenommen und mit ihrer Mutter diese kleine Familie „gegründet“. Sie haben dann auch nach dem Überfall das Land verlassen und gehören jetzt zu diesem Kreis, der sich regelmäßig in der Kirche im Steinweg trifft.

Auch wenn man als Gast ohne Sprachkenntnisse von den Beiträgen in Wort und Gesang wenig verstand, war es berührend, an diesem Gottesdienst teilzunehmen und die Dankbarkeit zu spüren, die den deutschen Gästen entgegengebracht wurde.

Reiner Luck/JPH

Anzeige
Werben Sie bei Sehnde-News

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

* Bitte stimmen Sie den Datenschutzbedingungen zu.

Anzeige
Werben Sie bei Sehnde-News